Geisterkirche

In einer kleinen tschechischen Gemeinde steht eine Kirche, deren Bänke von dutzenden geisterhaften Gestalten besetzt sind. In weiße Laken gehüllt sitzen die gesichtslosen Wesen da und schweigen.

 

Doch was soll das, worauf warten die „Geister“?

 

Schon von außen wirkt die Kirche wie ein Ort, an dem man sich nicht gerne alleine aufhält, vor allem nicht nachts. Das von einem Friedhof umgebene Gebäude ist verfallen, an vielen Stellen bröckelt der Putz ab, die Fensterscheiben sind zerborsten. Noch unheimlicher geht es drinnen zu: In dem nur spärlich durch Kerzen beleuchteten Raum sitzen stumme Gestalten, in jeder Bank zwei. Die Kapuzen ihrer Gewänder haben sie tief ins Gesicht gezogen – doch halt! Bei näherem Betrachten bemerkt man, dass weder Augen, Nase noch Mund vorhanden sind. Dort, wo das Gesicht sein müsste, klafft ein schwarzes Loch.

Bei den gesichtslosen Kirchenbesuchern handelt es sich nicht um eine Ansammlung von Geistern, jedenfalls nicht um echte – sondern um eine Kunst-Installation. Sie stammt von einem tschechischen Künstler, um die Kirche vor dem endgültigen Verfall zu retten.